Hauterkrankungen

Jeder, der sich für Fische interessiert oder sich sogar Fische hält, stimmt sicher mit mir überein: Fische sind in Aussehen, Form und Farbe etwas Besonderes. Es entspannt und es macht Freude ihnen zuzuschauen.Damit sie so schön aussehen müssen sie aber auch gesund sein. Dabei spielt die Hautgesundheit eine wesentliche Rolle.


Hauterkrankungen können unterschiedliche Ursachen haben.

Auch wenn das Thema ein wenig „ausgeleiert“ ist, muss es auch hier an erster Stelle stehen: das A und O der Fischgesundheit ist die Wasserqualität. Hat man den Eindruck, dass etwas mit den Fischen nicht stimmt sind die Wasserparameter, die direkt mit der Wohlbefinden der Fische zu tun haben (siehe Wasser und Teich) unbedingt zu kontrollieren.

Weiterhin muss darauf geachtet werden, den Lebensraum der Fische so zu gestalten, dass die Fische sich nicht am Teichinventar (seltener am Aquarieninventar) verletzen können. Vor allem spitze Steine in der Uferzone können zu Verletzungen führen, wenn die Fische bei Futtersuche oder Paarungsverhalten energisch dagegen schwimmen.

 

Ein zweiter wichtiger Krankheitskomplex sind infektiöse Veränderungen. Zu den Infektionserregern, die der Fischhaut schaden können gehören auch Bakterien, die im Wasser stets vorhanden sind, aber durch begünstigende Faktoren krankheitsfördernd sein können. Ein hoher Keimdruck, eine schlechte Wasserqualität, Überbesatz, Transport, ein angegriffenes Immunsystem und andere stressende Faktoren sorgen dafür, dass die Fische an einer bakteriellen Infektion erkranken.

 

Eine Vielzahl an Außenparasiten ist ein weiterer Grund der zunächst der Fischhaut, aber auch generell dem Allgemeinbefinden der Fische Schaden zufügen kann. Unter den Ektoparasiten gibt es Vertreter, die eine vermehrte Schleimbildung und ein trübes Hautbild bewirken. Andere Parasiten, beispielsweise der auch bei den Aquarienfischen bekannte Erreger der Weißpünktchenkrankheit Ichthyophthirius multifiliis, rufen neben Hauttrübungen Störungen im Flüssigkeitsaushalt und damit Apathie, Trägheit und im Endstadium den Tod hervor. Übrigens sind die bei anderen Fischen so typischen weißen Pünktchen bei Koi nur wenig und oft gar nicht ausgebildet. Je nach Befallsintensität führen Parasiten zu Unwohlsein und Juckreiz. Dieser Juckreiz wiederum veranlasst die Fische sich zu scheuern, z.B. an Bodenabläufen, Uferbefestigungen oder Aquarieneinrichtungen. Durch dieses Scheuern können Mikroläsionen entstehen, die einen guten Nährboden für Bakterien darstellen. Bakteriell infizierte Wunden führen schnell zu einer Art „Loch“ in der Fischhaut. Wird das Loch zu groß oder entsteht gar ein Durchbruch in die Leibeshöhle kann die Haut ihre Funktionen (Schutz, Aufrechterhaltung des osmotischen Druckes) nicht mehr erfüllen.

 

Bei den Pilzen sind zwei Vertreter von besonderem Interesse. Zum einen ist das die Gattung Saprolegnia sp., die man gut an ihrem wattebauschartigen Aussehen erkennt. Saprolegnia ist ein typischer Sekundärbesiedler von Wunden. Eine Andere Gattung ist Dermocystidium. Sie bildet unansehnliche rote Wucherungen in der Haut von Koi und Goldfischen. Eröffnet man diese, treten zystenartige Hyphen ähnlich weißen, feinen Würmern hervor. Dieser Pilz ist hochkontagiös.

 

Bei Hautveränderungen muss noch ein Vertreter der Viren erwähnt werden: das Cyprine Herpesvirus 1, der Erreger der Karpfenpocken. Dieses Virus führt zu lokalen Verdickungen der Haut, eine Art Epitheliom bei Karpfen und Koi. Diese Plaques, die häufig daumennagelgroß sind aber immer häufiger großflächig auftreten, sieht man vor allem im Frühjahr, oft auch im Herbst, bei Temperaturen zwischen 15 und 20°C. Es gibt keine Therapiemöglichkeit.

Bei Auftreten von Hautveränderung steht nach Kontrolle der Wasserwerte die Untersuchung auf Krankheitserreger an. Entsprechend des Befundes sollte eine Therapie eingeleitet werden. Neben der kausalen Therapie bekommen Maßnahmen zur Unterstützung der Hautregeneration eine zunehmende Bedeutung (zum Einsatz des Lasers bei Hautveränderungen siehe hier).